Foto: Joanna Jonientz

»Tanz um Grenzen«

Bei Grenzen geht es um die Verhandlung von persönlichen Raum. Das heisst, es geht um Verbindungsaufnahme mit Respekt und ohne Grenz-
verletzung. Diese Achtung vor persönlichen Räumen führt zu einer extrem kommunikativen Verbindung zwischen Mensch und Pferd.

In der klassischen Pferdewelt dürfen Pferde selten Grenzen setzen. Die Vermutung ist, dass das Pferd den Menschen sonst dominiert. Die Erfahrung, was geschieht, wenn wir dem Raum des Pferdes Respekt entgegenbringen, zeigt etwas Anderes. Das Pferd ist dankbar, wenn wir seinen Raum erkennen, akzeptieren UND wenn wir auch unseren Raum definieren – ohne dabei den Boss zu spielen.

Viel häufiger als man annehmen könnte, ist Menschen ihr persönlicher Raum nicht bewusst. Noch häufiger können Menschen nicht wirklich nonverbal authentische Grenzen setzen. Denn bei unseren persönlichen (menschlichen) Grenzen geht es um die Kunst sich bedacht und angemessen für sich selbst einzusetzen. Das fällt vielen Menschen schwerer, als man denkt. Werden diese Grenzen allerdings unachtsam überschritten, führt das oft zu unterdrückter Wut. Dabei ist der Ärger, der eigentlich aufsteigen möchte, nichts anderes als die Aufforderung unseres Körpers zu Selbstrespekt und Integrität. Die dabei entstehende Energie soll uns helfen den Mut aufzubringen, Beides durchzusetzen.

Tun wir das nicht, entlädt sich die unterdrückte Wut oft an anderer Stelle. Bemerken wir es, führt das zu Scham und dazu, dass die Wut als etwas Unangemessenes, Schlechtes betrachtet wird – von uns selbst und denjenigen, die sie getroffen hat. Auch darum wird das Setzen von Grenzen oft mit unangenehmen Assoziationen verbunden und der Angst andere zu verletzen. Oder zwischen Mensch und Pferd verwandelt es sich in angelerntes, sogenanntes Alphatier-Verhalten, das meist von einer fehlgeleiteten Interpretation des Herdenführers bei Pferden ausgeht.

Doch – was ist eine Grenze wirklich? Eine flexible, physische oder psychologische Pufferzone, deren Wahrnehmung es Menschen und Pferden erlaubt sich zu entspannen und sich sicher zu fühlen in der Gegenwart des Anderen. Das wiederum führt zu Vertrauen und Initimität.

Um die wunderbare Verbindung, die aus dem Respekt persönlicher Grenzen entsteht, geht es im Workshop. Die Pferde lehren uns, wie wohltuend es ist, wenn wir kurz innehalten, sobald wir uns unwohl fühlen, einen Schritt zurücktreten, ohne die Verbindung abreissen zu lassen, um uns gegenseitig Raum zu geben.

Der Workshop findet vom 30. September – 02. Oktober 2016 wieder statt. Anmeldung unter:

Das Thema »Tanz um Grenzen« ist auch als Individualgruppen-Workhshop oder als Einzelcoaching möglich.

Wenn Sie Interesse haben, wenden Sie sich gerne direkt an mich.